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Kennenlernen geglückt – Selbsthilfevertreter* innen und Psychotherapeut*innen erfahren mehr voneinander

Die vom Paritätischen Sachsen-Anhalt und der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer organisierte Veranstaltung „Selbst-Hilfe“ und Psychotherapie – zusammen mehr erreichen fand regen Zuspruch. Fast 70 Personen kamen im Roncalli Haus in Magdeburg zusammen, um sich über Selbsthilfe, Psychotherapie und weitere Angebote für psychisch kranke Menschen auszutauschen.

 

Die Selbsthilfekontaktstellen verzeichnen schon länger einen großen Teil der Anfragen von Interessent*innen im Diagnosespektrum der psychischen Erkrankungen. Die richtige Gruppe zu finden ist oft schwierig, eine Neugründung sowie das längerfristige Bestehen ebenfalls. Nicht jede*r Interessent*in und nicht jede Diagnose passt in jede Gruppe.

Bei Psychotherapeut*innen wiederum wird die Lotsenfunktion durch die neue Psychotherapie-Richtlinie in der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen weiter gestärkt. Sie sind gehalten, Patientinnen und Patienten über weitere Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten zu informieren, so auch über Möglichkeiten der gemeinschaftlichen Selbsthilfe.

Um die Ratsuchenden auf unterschiedliche Möglichkeiten der Unterstützung und Hilfe hinweisen zu können, sollten in jedem Fall gute Kenntnisse der regionalen Beratungs- und Hilfeeinrichtungen vorliegen – bei den Therapeut*innen und bei den Selbsthilfekontaktstellen.

Dipl. Psychologin Beate Caspar berichtete, dass die Wartezeit auf eine ambulante Psychotherapie noch immer bei etwa 22 Wochen liegt. Sie machte deutlich, dass nur eine veränderte Bedarfsplanung daran etwas ändern würde. Darüber hinaus empfahl sie, sich über die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt zu informieren, wo qualifizierte Psychotherapeuten im Lebensumfeld zu finden sind. Hier werden auch die telefonischen Sprechzeiten angegeben, zu denen die Praxis erreichbar ist. https://www.kvsa.de/patienten/psychotherapie.html

Romy Kauß und Meik Voigt vom Paritätischen erläuterten in ihrem Vortrag, dass es bereits jetzt mehr als 200 SHG gibt, die sich mit psychischen Erkrankungen und seelischen Krisen beschäftigen. Viele Gruppen kommen gut zurecht, einigen fällt es jedoch schwer ohne Anleitung die Treffen zu gestalten. Viele Gruppen wünschen sich daher zumindest von Zeit zu Zeit das Gespräch mit einem Psychotherapeuten in der Selbsthilfegruppe.

Das Ziel der Veranstaltung war es, die Versorgungslandschaft in den Regionen besser kennenzulernen und Anknüpfungspunkte für eine intensivere Kooperation zu identifizieren. Die Rückmeldung der Teilnehmer*innen zeigte, dass Anregungen gegeben werden konnten im eigenen Umfeld weitere Partner hinzuziehen und vernetzter zu arbeiten. Dennoch wurde die Versorgungslandschaft als Dschungel bezeichnet, in der sich ein Zurechtfinden, sowohl für professionell Tätige als auch für Betroffene, als schwierig erweist. Auch aus diesem Grund wurde das Treffen und der Austausch als sehr hilfreich empfunden. Es gibt nun weitere Überlegungen, das Konzept regionaler zu gestalten und weitere Veranstaltungen vor Ort anzubieten.

https://www.paritaet-lsa.de/fachinformationen/alle-informationen/neuigkeitendetail/news/kennenlernen-geglueckt-selbsthilfevertreterinnen-und-psychotherapeutinnen-erfahren-mehr-voneinand/

 

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